1. Zum Kongress
Liebe Interessierte am 13. Brasilianischen Deutschlehrendenkongress 2026,
hiermit möchten wir Sie herzlich einladen, sich aktiv am Kongress zu beteiligen und Ihre fachliche Expertise und Erfahrungen zu aktuellen Fachdiskussionen einzubringen. Wir möchten Ihnen gerne den Kongress und seine Sektionen vorstellen und die wichtigsten Schritte erklären, wie Sie einen Beitrag einreichen können.
Der 13. Brasilianische Deutschlehrendenkongress des Brasilianischen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbands (BraDLV) in São Paulo steht unter dem Leitthema „Sprachen lernen in Umbruchszeiten: Deutsch neu denken“. Im Zentrum steht die Frage, wie Deutschunterricht angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher, politischer und technologischer Veränderungen zukunftsorientiert gestaltet werden kann. Der Kongress greift dabei zentrale aktuelle Themen auf, die in Wissenschaft und Praxis diskutiert werden und den Sprachunterricht nachhaltig beeinflussen: Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, Inklusion und Diversität, Diskussionen um kritische und dekoloniale Ansätze, Mehrsprachigkeit als Chance im Bildungswesen, kreatives Lernen mit und an ästhetischen Medien und die Rolle von Sprachmittlung und Partizipation.
Das Programm umfasst Plenarvorträge, Sektionsarbeit, Workshops, Minikurse, Podiumsdiskussionen. Im gesamten Programm sollen sich wissenschaftliche und praktische Perspektiven miteinander verbinden, um aktuelle Fragen des Lehrens und Lernens der Sprache Deutsch in Brasilien sowohl wissenschaftlich als auch praxisnah zu beleuchten. Wir freuen uns daher sowohl auf Vorschläge für wissenschaftliche und theoretische Beiträge als auch auf Vorschläge zur Präsentation von Unterrichtserfahrungen und Praxisbeispielen.
Der Kongress versteht sich als Plattform des Austauschs und der Vernetzung von Lehrkräften, Wissenschaftler*innen, Institutionen und Verlagen. Mit seiner thematischen Breite und Aktualität leistet er einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Deutschunterrichts in Brasilien und setzt Impulse für eine lebendige, zukunftsgerichtete Sprachvermittlung.
2. Zu den Sektionen
Die 14 Sektionen sind in zwei Schienen gegliedert. Die erste befasst sich mit aktuellen Querschnittsthemen, die zweite soll einen zielgruppenorientierten Austausch in Bezug auf neue Herausforderungen und Tendenzen im Fach Deutsch ermöglichen:
Schiene A: Aktuelle Querschnittsthemen
A1 Künstliche Intelligenz in Deutschlehr-/-lernkontexten
Sektion A1: Künstliche Intelligenz in Deutschlehr-/-lernkontexten
Leitung: Marcos Antônio Alves Araújo Filho und Daniele Polizio
Der Begriff “Umbruch” im Motto des 13. Brasilianischen Deutschlehrendenkongresses verweist bereits auf die rasanten Veränderungen, die wir derzeit im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) erleben, die immer stärker in unseren Alltag eingreift und auch Einfluss auf sprachliche Lern- und Lehrprozesse nimmt. Für Lehrende wie Lernende hat eine neue Ära begonnen, da KI neue Szenarien in den verschiedenen Lehr- und Lernkontexten ermöglicht. Sprachdidaktik und die Lehrkräfte müssen auf diese technologische Revolution reagieren, denn der Umgang mit KI-Tools bringt nicht nur Potenziale, sondern auch Herausforderungen mit sich. Unsere Sektion soll daher verschiedene Aspekte von KI im Kontext des Deutschunterrichts beleuchten. Eingeladen sind neben Beispielen guter Praxis vor allem praxisorientierte, empirische und theoretisch-reflexive Beiträge zu Fragen wie:
- Wie können KI-Tools zur Förderung spezifischer Kompetenzen im Deutschen – etwa in den Bereichen Schreiben, Lesen, Sprechen und Hören, aber auch Recherchieren, Fragen und Analysieren – sinnvoll eingesetzt werden?
- Welche Strategien und Kompetenzen benötigen Lernende – im Sinne einer KI-Literacy – für einen kritischen und reflektierten Umgang mit KI?
- Wie kann eine eigenständige Schreibkompetenz in Zeiten von KI gefördert werden oder muss KI in Modellierungen von Schreibkompetenz integriert werden?
- Welche Kompetenzen benötigen Lernende – im Sinne einer KI-Literacy – für einen kritischen und reflektierten Umgang mit KI und wie kann diese KI-Literacy ausgebildet werden?
- Was leisten Chatbots und KI-gestützte Angebote zum Training von Aussprache, Konversation oder Schreiben?
- Welche Risiken ergeben sich beim Einsatz von KI in Bildungskontexten (z. B. Halluzinationen, Plagiarismus, Datenschutz, Bias, Stereotype oder die Spannung zwischen Automatisierung und Eigenleistung)?
- Inwiefern kann KI Deutschlehrkräfte bei Unterrichtsvorbereitung, Differenzierung und Bewertung unterstützen?
- Welche (neue) Rolle kommt der Lehrkraft in KI-gestützten Lernumgebungen zu?
Marcos Antônio Alves Araújo Filho ist Dozent an der Universidade de São Paulo (USP). Seinen Doktortitel verteidigte er 2023 an der USP, wo er bis 2013 bereits sein Master-Studium (Mestrado) absolviert hatte. Das Studium (Bachelor und Lehramt) schloss er 2010 an der Universidade Federal de Minas Gerais (UFMG) ab. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Deutsch als weitere Sprache, Bilingualismus sowie dem Einsatz von Technologien beim Lehren und Lernen weiterer Sprachen. Mit großem Interesse verfolgt er zudem Debatten und wissenschaftliche Arbeiten zur Künstlichen Intelligenz (KI) und bietet in diesem Zusammenhang Seminare in der Postgraduierung an.
Daniele Polizio ist Dozent für Migrationspädagogik mit dem Schwerpunkt sprachliche Diversität an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich und Doktorand am Fachbereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache der Universität Wien (Österreich). Von September 2020 bis März 2022 war er DAAD-Sprachassistent an der Germanistikabteilung der Universidade de São Paulo. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in der DaF/DaZ-Lehrer*innenausbildung, Sprachideologien und Sprachenpolitik sowie in technologiegestützten Lernformaten, insbesondere virtuellen Austauschprojekten.
A2 Deutsch lernen mit digitalen Medien: multimodal, kollaborativ, mobil
Sektion A2: Deutsch lernen mit digitalen Medien: multimodal, kollaborativ, mobil
Leitung: Adriana Fernandes Barbosa und Nora Machalous
Digitale Lernmedien eröffnen vielfältige Möglichkeiten zur sprachlichen Aushandlung und kooperativen Wissenskonstruktion im digitalen DaF-Unterricht. Kollaborative Projekte wie Podcasts oder Videos fördern digitale, sprachliche und interkulturelle Kompetenzen und unterstützen partizipatives, inklusives sowie reflexives Lernen. Auch telekollaborative Projekte zeigen Potenzial, interkulturelle Kommunikation nachhaltig zu stärken, da sie authentische Begegnungen schaffen und die Autonomie der Lernenden fördern. Mobile Apps verbinden formale und informelle Lernaktivitäten wirkungsvoll und lassen sich flexibel in den Alltag integrieren. Entscheidend sind dabei die Auswahl geeigneter Werkzeuge, die Motivation und individuelle Zielsetzungen, die Engagement und Lernerfolg maßgeblich beeinflussen.
Ziel der Sektion ist es, Chancen und Herausforderungen digitaler Lehr- und Lernprozesse im DaF-Kontext kritisch zu diskutieren. Eingeladen sind Beiträge, die aktuelle Forschungsarbeiten, didaktische Ansätze und Praxisbeispiele zum digital gestützten Lehren und Lernen von Deutsch als Fremdsprache präsentieren. Mögliche Leitfragen für die Diskussion sind:
- Wie verändern sich Interaktionsstrukturen und Textformen in digitalen Kommunikationsräumen?
- Welche neuen Perspektiven ergeben sich für Literalität und Kompetenzen im Fremd- und Zweitspracherwerb?
- Wie lassen sich digitale Literacies entwickeln – über technische Fertigkeiten hinaus als reflexives, kritisch-kommunikatives Handeln in verschiedenen Modi?
- Welche Erfahrungen bieten innovative Konzepte mit Multimodalität, Kollaboration und mobilem Lernen?
- Wie kann digitale Teilhabe für alle gewährleistet und der „digital gap“ vermieden werden?
- Wie gelingt die Professionalisierung und Fortbildung von Lehrenden im digitalen Fremdsprachenunterricht
Adriana Fernandes Barbosa hat Anglistik und Germanistik an der Bundesuniversität von Minas Gerais, Brasilien, studiert. 2020 wurde sie an derselben Universität in Angewandter Linguistik promoviert. Derzeit ist sie Juniorprofessorin für deutsche Sprache an der Universität von Brasília (UnB). Ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Lehren und Lernen von Fremdsprachen sowie Multimodalität in Face-to-Face und Online-Interaktionen an der Schnittstelle von kognitiver Linguistik, sozialer Semiotik und Gestenforschung.
Nora Machalous promoviert an der Universität São Paulo (USP) im Bereich Germanistik mit Forschungsschwerpunkt auf dem Einsatz Künstlicher Intelligenz im Fremdsprachenunterricht. Sie verfügt über einen Abschluss in Letras (Portugiesisch und Deutsch) sowie über zwei Masterabschlüsse: in Psychopädagogik mit Schwerpunkt auf bilingualer Alphabetisierung (Deutsch-Portugiesisch) und in Bildungswissenschaften mit Fokus auf den Einsatz digitaler Technologien im Deutschunterricht als Fremdsprache. Ihre Forschung verbindet Ansätze aus der Sprachdidaktik, Bildungstechnologie und Künstlichen Intelligenz zur Förderung innovativer und reflektierter Lehr-Lern-Prozesse im Bereich Deutsch als Fremdsprache.
A3 Inklusion und Diversität
Sektion A3: Inklusion und Diversität
Leitung: Ivanete da Hora Sampaio und Raquel Garcia D’Avila Menezes
Aus intersektionaler, dekolonialer und interkultureller Perspektive soll in dieser Sektion diskutiert werden, wie Lehrkräfte im DaF-/DaZ-Unterricht Rassismuskritik, Geschlechtergerechtigkeit und soziale Ungleichheiten reflektieren und didaktisch fruchtbar machen können. Neben theoretischen Überlegungen stehen konkrete Beispiele aus der Unterrichtspraxis im Mittelpunkt, die zeigen, wie Inklusion und Diversität im Klassenzimmer produktiv gestaltet werden können.
Ziel der Sektion ist es, im Rahmen der Diskussionen gemeinsam Leitlinien und Impulse zu entwickeln, die den Deutschunterricht als Raum des Empowerments, der Teilhabe und der Chancengerechtigkeit stärken und weiterentwickeln. Erwartet werden Beiträge, die unterschiedliche Dimensionen von Inklusion und Diversität sichtbar machen – sei es in Form empirischer Studien, theoretischer Reflexionen oder praxisorientierter Ansätze. Besonders willkommen sind Beiträge, die innovative Wege aufzeigen, wie marginalisierte Perspektiven in den DaF-/DaZ-Unterricht integriert werden können.
Zur inhaltlichen Orientierung und zur Unterstützung bei der Beitragsentwicklung möchten wir folgende Leitfragen anbieten, die zentrale Aspekte der Sektion aufgreifen und mögliche thematische Zugänge eröffnen:
- Welche Erfahrungen oder Beispiele aus der Praxis zeigen, wie Inklusion und Diversität im Klassenzimmer produktiv gestaltet werden können?
- Welche Herausforderungen begegnen Lehrkräften bei der Umsetzung von diskriminierungskritischem Unterricht – und wie können diese überwunden werden?
- Welche Rolle spielen Sprache, kulturelle Identität und Machtverhältnisse im DaF-/DaZ-Unterricht?
- Wie können Lernräume geschaffen werden, die Empowerment, Teilhabe und Chancengerechtigkeit fördern?
- Welche theoretischen Modelle oder empirischen Studien unterstützen eine diversitätssensible Unterrichtsgestaltung?
- Wie kann die Lehrer*innenbildung auf diese Themen vorbereitet und weiterentwickelt werden?
- Welche innovativen Methoden oder Materialien haben sich in der Praxis bewährt, um Diversität sichtbar und wirksam zu machen?
Ivanete da Hora Sampaio ist Postdoktorandin an der Universidade de São Paulo (USP). Sie hat an der UFBA in Sprach- und Kulturwissenschaft promoviert und einen Forschungsaufenthalt (CAPES-Print) am Leibniz-Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS Berlin) sowie einen Magister in Pädagogik (LMU München) absolviert. Sie ist Leiterin der GEELAB (Grupo de Estudos de Ensino de Língua Alemã no e do Brasil) und Beiratsmitglied des Instituto Cultural Brasil-Alemanha (Goethe-Institut Salvador). Ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Sprachlehrer*innenbildung, Interkulturalität, Intersektionalität, Dekolonialität und Rassismuskritik.
Raquel Garcia D’Avila Menezes hat ein Lehramtsstudium in Portugiesisch-Deutsch an der UFRJ, ein Weiterbildungsstudium im Bereich Deutschunterricht an der UERJ sowie den binationalen Masterstudiengang in DaF an der UFPR in Kooperation mit der Universität Leipzig absolviert. Seit 2022 ist sie Doktorandin an derselben Institution mit Forschungsaufenthalt an der Universität Bielefeld (CAPES-Print). Derzeit ist sie an der Deutschen Schule Curitiba tätig. Ihre Forschungsinteressen umfassen Kulturstudien, Lehrer*innenbildung, Dekolonialität und Rassismuskritik.
A4 Sprachenpolitik und Plurilingualität
Sektion A4: Sprachenpolitik und Plurilingualität
Leitung: Jenny Fischer und Paula Paetzhold
Sprachenpolitik setzt die Rahmenbedingungen, die bestimmen, wie Plurilingualität gelebt, gefördert oder eingeschränkt wird. Sie beeinflusst nicht nur, welche Sprachen gesellschaftlich sichtbar sind, sondern auch, welche Sprachpraktiken Anerkennung finden und welche marginalisiert bleiben. Zugleich wird Plurilingualität zu einem zentralen Bezugspunkt für sprachenpolitische Entscheidungen, sei es in Bildungsinstitutionen, in Fragen der Integration und Migration oder im internationalen Austausch.
Die Sektion lädt dazu ein, die Wechselwirkungen zwischen sprachenpolitischen Strategien und plurilingualen Realitäten kritisch zu beleuchten. Beiträge können u. a. folgende Themenfelder ansprechen:
- Politische, institutionelle und internationale Rahmenbedingungen der Sprachenpolitik
- Sprachenpolitik, Machtasymmetrien und gesellschaftliche Teilhabe (Migration und sprachliche Rechte usw.)
- Sprachenpolitik zwischen Auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik und ökonomischen Interessen
- Koloniale Kontinuitäten, indigene Sprachen und postkoloniale Kritik an Sprachenpolitik
- Die Rolle von Verbänden, Institutionen und internationalen Akteuren
- Plurilingualität als Referenzrahmen bildungs- und sprachenpolitischer Entscheidungen
- Plurilingualität in Bildungsinstitutionen und curriculare Ansätze
- Minderheitensprachen, Spracherhalt und sprachliche Vielfalt
- Plurilingualität, Identität und Zugehörigkeit
- Translanguaging / Sprachmischung als Herausforderung und Ressource
- Rolle von Mehrsprachigkeit und Fremdsprachen (Englisch, Spanisch, Deutsch, Französisch u. a.) im brasilianischen Schulwesen Curriculum;
- aktuelle Diskussionen um Mehrsprachigkeit in der Schule.
Jenny Fischer ist DAAD-Lektorin an der Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ) und Doktorandin an der Universidade de São Paulo (USP) im Bereich Deutsch als Zusatzsprache. In ihrer Dissertation untersucht sie anhand einer wissenssoziologischen Diskursanalyse den Machteinfluss der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik auf die Professionalisierung von Deutschlehrenden in Brasilien. Zuvor war sie als Lehrperson am Foreign Service Institute des US-Außenministeriums in Washington, D.C., tätig.
Paula Elise Paetzhold studierte Deutsch und Portugiesisch auf Lehramt (IFPLA/UNISINOS) und schloss ihren Master mit dem Schwerpunkt “Alphabetisierung bilingualer Kinder” ab (USP). Ergänzend absolvierte sie eine Weiterbildung in Neurowissenschaften und vertiefte ihr Wissen im Bereich Schulmanagement. Von 2009 bis 2024 war sie als DaF-Lehrerin und Fachleiterin tätig. Seit 2025 leitet sie den Kindergarten sowie die Grundschule der Deutschen Schule Curitiba. Zudem ist sie Vizepräsidentin des BraDLV und unterstützt die OEBEA (Brasilianische Organisation der DSD-Schulen) in ihrer Arbeit.
A5 Ästhetisches und kreatives Deutschlernen mit verschiedenen Medien
Sektion A5: Ästhetisches und kreatives Deutschlernen mit verschiedenen Medien
Leitung: Wiebke Röben de Alencar Xavier und Monique Santos da Silva
Ästhetische Medien und kreative Methoden bilden vielfältige Potenziale für das Lehren und Lernen von Deutsch als weitere Sprache, insbesondere für die Ausbildung kritischer Multiliteralität. Dazu gehören die Integration und Reflexion von Mehrsprachigkeit, der Umgang mit kultureller Mehrdeutigkeit und die Reflexion sprachlich-kultureller Normen. Die Sektion verfolgt das Ziel, Wege aufzuzeigen und kritisch zu reflektieren, wie ästhetische Medien (z. B. Theater, Literatur, Film, Kunst, Musik) sowie kreative Methoden und projektorientiertes Lernen im Unterricht genutzt werden können, um die Motivation der Lernenden zu steigern und (fremd-)sprachliche Kreativität und Individualität zu entwickeln.
Wir freuen uns über theoretische und praktische Beiträge, die aktuelle didaktische Ansätze zur Rolle und Nutzung ästhetischer Medien im Deutschunterricht sowie zum kreativen Sprachenlernen vorstellen und kritisch reflektieren. Von besonderem Interesse sind u. a. folgende Fragestellungen:
- Welche konkreten Erfahrungen, etwa Theater- oder Literaturprojekte, gibt es, die ästhetisches und kreatives Sprachenlernen projektorientiert umsetzen?
- Wie lassen sich hierbei symbolische und kulturelle Kompetenzen in verschiedenen Zielgruppen auf- und ausbauen?
- Welche Rolle können digitale Medien (z. B. Social Media, Podcasts) beim kreativen Lernen mit ästhetischen Medien spielen?
- Wie lassen sich deutschsprachige ästhetische Medien mit lokalen oder regionalen Traditionen und Diskussionen verbinden?
- Welche Rolle spielen dabei Mehrsprachigkeit und kritische Multiliteralität?
- Welches Potential bietet das Thema Migration, insbesondere die Arbeit mit Migrationsliteratur und deren Übersetzungen?
Monique Santos da Silva ist Deutsch- und Literaturlehrerin an der Deutschen Schule Curitiba und unterrichtet dort in der Grund- und Sekundarstufe (2., 5. und 8. Klasse). Sie hat Lehramt/Germanistik an der UNIOESTE in Marechal Cândido Rondon studiert, an universitären Sprachprojekten mitgewirkt und 2024 eine Hospitation im Rahmen des PASCH-Programms in Deutschland absolviert. Als Schriftführerin des APPLA-Verbands engagiert sie sich für die Förderung des Deutschunterrichts und der Lehrerbildung in Brasilien.
Wiebke Röben de Alencar Xavier ist Titularprofessorin für Deutsche Sprache und Literatur am Departamento de Línguas e Literaturas Estrangeiras Modernas (DLLEM) an der Universidade Federal do Rio Grande do Norte (UFRN) in Natal, Brasilien. Forschungsschwerpunkte: Germanistik, DaF, Komparatistik, Studien zu transatlantischen Kulturtransferprozessen und Übersetzungen zwischen Deutschland, Frankreich und Brasilien. Publikationen: https://orcid.org/0000-0003-3291-5451.
A6 Kritischer Deutschunterricht
Sektion A6: Kritischer und diskursiver Deutschunterricht
Leitung: Dörthe Uphoff und Luan Balciunas
Die Sektion „Kritischer und diskursiver Deutschunterricht“ widmet sich der Frage, wie der Unterricht in Deutsch als weiterer Sprache zu einem Ort der Reflexion, Diskussion und kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen werden kann. Im Zentrum steht die Idee, dass sprachliches Lernen nicht nur auf Grammatik- und Wortschatzvermittlung bzw. das Einüben von Sprachhandlungen reduziert werden darf, sondern immer auch Räume für gesellschaftliche Positionierung, Dialog und kritisches Denken eröffnen sollte. Dabei werden Diskurse über Macht, Identität und Sprache beleuchtet:
- Wie kann der Deutschunterricht dazu beitragen, dominante Narrative sichtbar zu machen und alternative Perspektiven zu eröffnen?
- Welche Rolle spielt die Sprache als Medium, um demokratische Werte, Pluralität und Reflexionsfähigkeit zu fördern?
- Inwieweit können diskursanalytische und dekoloniale Ansätze helfen, bestehende Machtstrukturen in der DaF-Didaktik offenzulegen?
In dieser Sektion wünschen wir uns Beiträge, die theoretische Überlegungen mit praktischen Erfahrungen aus dem Unterricht verbinden. Besonders interessant sind Arbeiten, die zeigen, wie Lernende (und Lehrende) durch kritische und diskursive Methoden dazu befähigt werden, eigene Haltungen zu entwickeln, argumentativ zu handeln und gesellschaftliche Fragen sprachlich auszuhandeln. Wir freuen uns über empirische Studien, didaktische Reflexionen und praxisorientierte Beispiele, die das Potential eines kritischen und diskursiven Deutschunterrichts sichtbar machen. Ziel ist es, gemeinsam Leitlinien und Impulse zu erarbeiten, die den Deutschunterricht als Raum der Partizipation, des Dialogs und der kritischen Bildung stärken.
Luan Balciunas hat portugiesische und deutsche Philologie an der Universidade Federal de Pelotas (UFPel) studiert und arbeitet als Lehrer und Koordinator der deutschen Sprachabteilung am Colégio Humboldt in São Paulo. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Literatur- und Kulturwissenschaft, in der Didaktik des Deutschen sowie in Fragen von interkulturellem Lernen und kritischer Diskursanalyse.
Dörthe Uphoff ist Professorin für deutsche Sprache im Germanistikstudiengang der Universität São Paulo (USP) und betreut Master- und Doktorarbeiten im Bereich Deutsch als weiterer Sprache. Ihre aktuellen Forschungsinteressen umfassen kritische Ansätze in der Sprachdidaktik, Materialentwicklung sowie den Einsatz von Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht.
A7 Mediation, Übersetzung und Dolmetschen im DaF-Unterricht: Aktuelle Ansätze und Herausforderungen
Sektion A7: Mediation, Übersetzung und Dolmetschen im DaF-Unterricht: Aktuelle Ansätze und Herausforderungen
Leitung: Ebal Bolacio und Geraldo de Carvalho
Der Einsatz von Übersetzungsaufgaben im Fremdsprachenunterricht wurde lange Zeit – und wird teilweise noch heute – als problematisch betrachtet. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) hebt jedoch seit 2001 die Bedeutung von Mediation als essenzielle kommunikative Kompetenz besonders für mehrsprachige und multikulturelle Gesellschaften hervor, insbesondere in berufsbezogenen Lernkontexten. Die neueste GER-Version (2018/2020) erweitert das Konzept der Mediation auf nonverbale und soziokulturelle Aspekte und bietet aktualisierte Deskriptoren für die Praxis. Demnach umfasst Mediation neben Übersetzen und Dolmetschen u. a. das Zusammenfassen, Paraphrasieren, Erklären oder Anpassen von Inhalten, damit ein anderer sie verstehen kann.
In dieser Sektion möchten wir uns daher mit den drei Themenbereichen, nämlich Mediation im weiteren Sinne, Übersetzung und Dolmetschen auseinandersetzen. Diskutiert werden theoretische und praktische Perspektiven:
- die Auswahl geeigneter Texte,
- die Integration von Übersetzungs- und Dolmetschübungen zur Förderung verschiedener Textsorten,
- die Rolle informeller Sprachmittlungsaufgaben zur Vermeidung von Missverständnissen sowie die kulturelle Dimension der Mediation.
- Die Auswirkungen neuer Technologien wie KI und digitale Tools auf Methoden, Curricula und Prüfungsformate, insbesondere im Hinblick auf plurilinguale und interkulturelle Lernziele.
Diese Sektion richtet sich daher an Lehrende, Forschende und alle Interessierten, die sich mit dem Themenkomplex Mediation, Übersetzung und Dolmetschen im DaF-Unterricht und in der DaF-Lehrendenausbildung beschäftigen und über deren Anwendung im Schul- und Hochschulkontext reflektieren möchten.
Ebal Bolacio hat im Bereich Sprachwissenschaft an der PUC-Rio promoviert und ist seit 2018 Dozent im Bereich Germanistik/DaF an der Universidade Federal Fluminense, wo er im Postgraduiertenprogramm Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten betreut. Er ist vereidigter Übersetzer und Dolmetscher für das Sprachpaar Deutsch/Portugiesisch und derzeit BraDLV-Regionalkoordinator in Rio de Janeiro.
Geraldo de Carvalho ist Leiter der Spracharbeit am Werther Institut Juiz de Fora sowie vereidigter Übersetzer und Dolmetscher für das Sprachpaar Deutsch/Portugiesisch. Er hat im Bereich Übersetzungswissenschaft an der UFMG promoviert und ist in mehreren Gremien ehrenamtlich tätig. Derzeit ist er Generalsekretär des FIPLV (International Federation of Language Teacher Associations).
Schiene B: Zielgruppenspezifische Herausforderungen
B1 Deutsch für Kinder
Sektion B1: Deutsch für Kinder
Leitung: Carla Ahlemeyer Siqueira und Gesica Cristina Fritsch Dorfey
Ziel der Sektion ist es, einen interdisziplinären Austausch zu fördern, der neue Impulse für die Sprachförderung im frühen Kindesalter gibt und zeigt, wie Deutschlernen für Kinder nicht nur effektiv, sondern auch mit Freude und Neugier gestaltet werden kann.
Die zunehmende sprachliche Vielfalt in Bildungseinrichtungen stellt pädagogische Fachkräfte vor neue Herausforderungen – insbesondere im Bereich des frühen Fremdsprachenlernens. Die Sektion „Deutsch für Kinder“ widmet sich der Frage, wie Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache bereits im Vorschulalter wirksam und kindgerecht vermittelt werden kann. Gerade in dieser sensiblen Entwicklungsphase ist Sprachförderung entscheidend für die spätere Bildungslaufbahn. Dabei stehen spielerische Methoden, Literacy-Förderung und die Gestaltung geeigneter Lernmaterialien im Mittelpunkt.
Im Fokus stehen Fragestellungen wie:
- Welche didaktischen Ansätze eignen sich für den frühen Spracherwerb?
- Wie lassen sich spielerische Elemente mit strukturierten Lernzielen verbinden?
- Welche Materialien fördern die Sprachentwicklung unter Berücksichtigung kultureller und sprachlicher Diversität?
Erwartet werden Beiträge, die theoretische Konzepte mit praktischen Erfahrungen verbinden und innovative Wege der Sprachvermittlung aufzeigen. Besonders gefragt sind Beiträge, die innovative didaktische Konzepte und interdisziplinäre Ansätze vorstellen, welche das frühe Deutschlernen ganzheitlich fördern und neue Perspektiven für die Sprachvermittlung im Kindesalter eröffnen.
Carla Ahlemeyer Siqueira ist Diplom-Pädagogin und Musikpädagogin und hat einen Masterabschluss in „Linguística Aplicada“ (Angewandte Linguistik) der PUC São Paulo. Außerdem hat sie Studien in Schulverwaltung, Schulaufsicht, Erziehungsberatung, Psychopädagogik sowie zweisprachiger Erziehung absolviert. Am Colégio Visconde de Porto Seguro hat sie den Immersionsprozess in Deutsch für Kinder ab zwei Jahren konzipiert und koordiniert. Sie übernahm die Koordination der Grundschule über einen Zeitraum von 23 Jahren.Derzeit leitet sie den internationalen Zweig des Kindergartens der Schule und ist zudem als Schulberaterin tätig. Sie verantwortet das Projekt „Haus der kleinen Forscher“ innerhalb der Schule.
Gesica Cristina Fritsch Dorfey ist Lehrerin für Portugiesisch und Deutsch und arbeitet an der Leopoldina-Schule (Entre Rios, Paraná) im bilingualen Zweig sowie im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Dort bereitet sie Schülerinnen und Schüler auf das Deutsche Sprachdiplom (DSD) vor. Sie ist Fachleiterin für die Fächer Deutsch, Englisch und Spanisch. Derzeit absolviert sie ein postgraduales Studium im Bereich Bilinguismus und Kognition. Sie verfügt über Erfahrung im Unterricht von Deutsch in der frühkindlichen Bildung sowie in der Alphabetisierung in bilingualen Kontexten und engagiert sich für die sprachliche Förderung von Kindern in mehrsprachigen Lernumgebungen.
B2 Deutsch für Jugendliche
Sektion B2: Deutsch für Jugendliche und in der Schule
Leitung: Carla Ten Kathen und Cintea Richter
Die Adoleszenz ist von tiefgreifenden physischen und psychischen Entwicklungsprozessen geprägt, die für sich genommen bereits eine große Herausforderung darstellen und den DaF-Unterricht wesentlich beeinflussen. In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche verändern sich zudem die Lebenswelten Jugendlicher: Externe Faktoren wie das Internet und insbesondere soziale Medien gewinnen zunehmend an Bedeutung. Jugendliche sind einer Flut von Informationen und Reizen ausgesetzt, die meist fragmentiert und in kurzen Textformaten vermittelt werden.
Dieser komplexe Kontext bringt spezifische Anforderungen für den DaF-Unterricht mit sich, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Verkürzte Aufmerksamkeitsspannen und eine geringere Konzentrationsfähigkeit wirken sich direkt auf das Lernverhalten und die aktive Beteiligung im Unterricht aus. Daher ist es für Lehrkräfte besonders wichtig, Brücken zur Lebenswelt der Jugendlichen zu schlagen und Unterrichtsformate zu entwickeln, die Motivation, Partizipation und Reflexion fördern. Somit beschäftigt sich diese Sektion mit folgenden Fragen:
- Welche Aspekte sind bei der Erstellung und Anwendung von Unterrichtsmaterialien besonders zu berücksichtigen?
- Welche methodisch-didaktischen Anforderungen sind für einen zeitgemäßen Unterricht mit Jugendlichen zentral?
- Welche kooperativen Lernformen eignen sich besonders für den DaF-Unterricht mit dieser Zielgruppe?
- Wie können Lehrkräfte mit heterogenen Lerngruppen umgehen und Differenzierung im Unterricht umsetzen?
- Wie kann der Unterricht stärker an die Lebenswelt und Interessen der Jugendlichen anknüpfen, um nachhaltiges Lernen zu ermöglichen?
- Wie lässt sich ein Gleichgewicht zwischen sprachlichem Kompetenzaufbau und Persönlichkeitsbildung im Unterricht herstellen?
Diese Sektion richtet sich in erster Linie an Lehrkräfte, die über Unterrichtserfahrung mit der Zielgruppe Jugendliche (13–18 Jahre) verfügen. Eingeladen sind Praxisbeispiele, Unterrichtsmodelle sowie wissenschaftliche Beiträge zu Forschungsergebnissen in diesem Bereich.
Carla ten Kathen ist Deutschlehrerin und Stufenleiterin am Colégio Humboldt in São Paulo. Sie verfügt über langjährige Erfahrung im DaF-Unterricht mit Kindern und Jugendlichen sowie in der Lehrerfortbildung. Ihre Schwerpunkte sind motivierende Unterrichtsmethoden, Binnendifferenzierung, schülerzentrierter Unterricht, Einsatz digitaler Medien und interkulturelles Lernen.
Cintea Richter ist DaF-Lehrerin am Colégio de Aplicação der Universidade Federal do Rio Grande do Sul (UFRGS) und leitet dort das Projekt “PLURES – Plurilinguismo e escola”, das sich mit Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext befasst. Sie studierte Deutsch/Portugiesisch auf Lehramt am IFPLA/UNISINOS. Ihren Masterabschluss und ihre Promotion erlangte sie im Bereich der komparatistischen Literaturwissenschaft an der UFRGS. In der Sekundarstufe II unterrichtet sie mit Fokus auf digitale Medien im Unterricht, Mehrsprachigkeit und die Förderung des fließenden Sprechens. Forschungsschwerpunkte sind Mehrsprachigkeit sowie deutschsprachige Literatur.
B3 Deutsch für Erwachsene
Sektion B3: Deutsch für Erwachsene
Leitung: José Mauro Pinheiro und Thiago Mariano
Das Sprachenlernen im Erwachsenenalter rückt zunehmend in den Fokus des öffentlichen, medialen und wissenschaftlichen Interesses. Gerade bei älteren Lernenden können etablierte Lernstrategien oder die Erfahrung eines kontinuierlichen, mehrjährigen Schulbesuchs nicht immer vorausgesetzt werden. Zudem ist der Erwerb einer neuen Sprache im Erwachsenenalter häufig mit besonderen kognitiven und sozialen Herausforderungen verbunden.
In dieser Sektion werden die spezifischen Lernbedürfnisse erwachsener – insbesondere älterer – Lernender aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und durch Beiträge aus Forschung und Praxis veranschaulicht. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die methodisch-didaktische Dimension des Sprachenlernens, sondern auch die Frage, wie Lernprozesse in verschiedenen sozialen Kontexten gestaltet werden. Besonderes Augenmerk gilt der Unterscheidung zwischen dem Sprachenlernen im Erwachsenenalter und der universitären Sprachvermittlung sowie der Entwicklung geeigneter Ansätze für unterschiedliche Lebensphasen.
Zur Förderung einer breiten Vielfalt an Beiträgen innerhalb der Sektion laden wir Interessierte dazu ein, sich bei der Konzeption ihrer Beiträge an den nachfolgenden Leitfragen zu orientieren. Diese dienen als Impulse zur Vertiefung theoretischer, empirischer und praxisbezogener Perspektiven auf das Themenfeld.
- Wie können methodische Ansätze gezielt auf die Bedürfnisse z .B. älterer Lernender abgestimmt werden?
- Wie lassen sich mehrsprachige Ressourcen und Erfahrungen erwachsener Lernender produktiv in den Unterricht integrieren?
- Welche didaktischen Herausforderungen ergeben sich im nicht-universitären Sprachunterricht?
- Wie kann der Unterricht mit heterogenen Lerngruppen – etwa hinsichtlich Alter, Bildungshintergrund oder Sprachkenntnissen – erfolgreich gestaltet werden?
- Welche Kompetenzen und Haltungen benötigen Lehrkräfte, um diese Lerngruppen angemessen zu unterstützen?
- Welche speziellen Unterrichtsszenarien (z. B. digitales Lernen, informelles Lernen, Tandemlernen) eignen sich für erwachsene Deutschlernende?
- Welche Besonderheiten kennzeichnen das Sprachenlernen in der Generation 60+ – und wie können diese in der Unterrichtsgestaltung berücksichtigt werden?
José Mauro Pinheiro, M.A., promoviert an der Staatlichen Universität Rio de Janeiro (UERJ). Zuvor hat er an der Bundesuniversität Rio de Janeiro (UFRJ) als DaF-Dozent gearbeitet und ist aktuell Lehrer für die Literaturkreise am Goethe-Institut Rio de Janeiro. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Kognitive Linguistik, Metaphern, digitale Kommunikation und DaF-Lehren und -Lernen aus dekolonialer Perspektive. Er hat außerdem zur Erstellung eines vom Goethe-Institut München herausgegebenen Lehrmaterials beigetragen – des Moduls „Rassismus“ im Programm Deutsch Unterrichten für Alle.
Thiago Mariano hat sein Magisterstudium in Deutsch als Fremdsprache und Anglistik 2010 an der TU Dresden abgeschlossen. Nach dem Studium arbeitete er von 2010 bis 2012 am Goethe-Institut Curitiba als Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache. Seit 2011 ist er Dozent für die deutsche Sprache am Germanistiklehrstuhl der Bundesuniversität Paraná (UFPR) in Curitiba, Brasilien. Seine Promotion im Bereich der Literaturdidaktik/Kulturstudien hat er 2018 beendet. Im Bereich Deutsch als Fremdsprache befasst er sich schwerpunktmäßig mit der Didaktik und Methodik des Deutschunterrichts, der Literatur- und Kulturdidaktik sowie mit der Professionalisierung und Ausbildung von Lehrkräften für Deutsch als Fremdsprache.
B4 Deutsch in akademischen Kontexten
Sektion B4: Deutsch in akademischen Kontexten
Leitung: Rogéria Costa Pereira und Roberta Sol Stanke
Hochschulen und Universitäten spielen eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Lehrens und Lernens von Sprachen. Sie tragen zur Professionalisierung zukünftiger Lehrkräfte bei, da durch den Austausch zwischen Forschung und Lehre neue didaktisch-methodische Ansätze entstehen. Die universitäre Ausbildung von Deutschlehrkräften zielt dabei besonders auf die Vermittlung und Reflexion des Deutschen als akademische Arbeits- und Wissenschaftssprache.
Die Sektion lädt Forschende und Lehrende zur Diskussion über Rollen, Funktionen, Herausforderungen und Perspektiven der deutschen Sprache im brasilianischen Hochschulkontext ein. Willkommen sind theoretische, empirische und praxisorientierte Beiträge, die u. a. folgende Fragen aufgreifen:
- Wissenschaftssprache Deutsch: Wie können Studierende gezielt darauf vorbereitet werden, mit wissenschaftlichen Textsorten umzugehen? Wie können sprachliche Strukturen, Konventionen und Textsorten, die in Studium, Forschung und Wissenschaft verwendet werden, verstanden und vermittelt werden?
- Fachsprachen / Terminologie: Wie gestaltet sich der Umgang mit der Wissenschaftssprache Deutsch, mit Fachsprachen und Terminologien sowie deren Vermittlung an Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen?
- Schreibdidaktik / akademisches Schreiben: Wie können Studierende beim Verfassen wissenschaftlicher Texte (Hausarbeiten, Abschlussarbeiten, Abstracts, Artikel) methodisch angeleitet werden?
- Interkulturalität im Hochschulkontext: Inwiefern beeinflusst Interkulturalität die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen? Welche Herausforderungen und Potenziale ergeben sich aus sprachlich-kultureller Diversität?
- Internationalisierung: Welche Rolle spielt die deutsche Sprache im globalen Wissenschaftsdiskurs? Wie kann Mehrsprachigkeit systematisch als Ressource genutzt werden?
- Curriculumentwicklung: Welche Modelle und Strategien tragen zur Stärkung des Faches Deutsch in Studium, Forschung und internationaler Kooperation bei?
- Lehrmaterialien: Welche Rolle spielen Lehrmaterialien im Hochschulkontext? Auf welche Weise können Lehrwerke die Aus- und Weiterbildung von DaF-Lehrkräften im akademischen Kontext unterstützen oder einschränken? Welche Alternativen gibt es?
Ziel der Sektion ist es, innovative Entwicklungen sichtbar zu machen und Impulse für die zukünftige Gestaltung von Deutsch im akademischen Kontext zu geben.
Rogéria Costa Pereira ist Dozentin an der Casa da Cultura Alemã und an der Universidade Federal do Ceará (UFC). Sie ist Gründungsmitglied der Associação Brasileira de Estudos Germanísticos (ABEG) und Vize-Präsidentin der Associação de Professores de Alemão do Norte e Nordeste (APANOR). Sie hat in Linguistik promoviert und Forschungsaufenthalte an der Universität Bonn und der Universität zu Köln sowie ein Postgraduiertenstudium in Sprache, Literatur und Didaktik der deutschen Sprache (1996) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und in Didaktik, Theorie und Praxis des Deutschunterrichts (2009) an der Universidade Federal da Bahia (UFBA) und der Universität Kassel absolviert. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Fremdsprachendidaktik, Deutschlehrerendenausbildung, Phonetik, Phonologie, Ausspracheerwerb und Entwicklung von Unterrichtsmaterialien.
Roberta Cristina Sol Fernandes Stanke forscht im Bereich der angewandten Linguistik und ist Professorin für Deutsche Sprache an der Universidade do Estado do Rio de Janeiro (UERJ). Sie studierte Portugiesisch und Deutsch an der Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ), wo sie auch ihren Master und ihre Promotion absolvierte. Ein Teil ihrer Promotion erfolgte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Deutschland. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Sprachdidaktik, Lehrerbildung, interkultureller Kommunikation und kulturellen Studien sowie im Einsatz digitaler Medien im Sprachunterricht. Sie ist Mitglied der Postgraduiertenprogramme in “Letras” sowie in Linguistik und Portugiesischer Sprache an der UERJ, wo sie Master- und Promotionsarbeiten betreut. Außerdem hat sie ein Weiterbildungsstudium (“Especialização”) an der UFBA in Kooperation mit der Universität Kassel und dem Goethe-Institut in Theorie und Praxis des DaF-Unterrichts absolviert.
B5 Deutsch für berufliche Mobilität
Sektion B5: Deutsch für berufliche Mobilität
Leitung: Fabio Anschau und Priscilla Maria Pessutti Nascimento
Der Erwerb der deutschen Sprache spielt weltweit eine zunehmend wichtige Rolle für Menschen, die ihre beruflichen Perspektiven erweitern möchten – sei es im Rahmen einer schulischen oder beruflichen Ausbildung, beim Einstieg in den Arbeitsmarkt oder bei einer beruflichen Neuorientierung. Für Jugendliche kann Deutschlernen ein Zugang zu Austauschprogrammen, dualen Studiengängen oder Praktika in deutschsprachigen Unternehmen sein. Erwachsene, die neue berufliche Chancen suchen, sehen in der deutschen Sprache eine Möglichkeit, ihre Ǫualifikationen zu stärken und ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen. In verschiedenen Ländern gelten Deutschkenntnisse in Branchen wie Industrie, Tourismus, Pflege oder Wissenschaft als wertvolle Zusatzqualifikation. Der Fachkräftemangel im deutschsprachigen Raum hat außerdem dazu geführt, dass berufsbezogene Lernangebote außerhalb der Universitäten sowie zahlreiche internationale Projekte weiter ausgebaut wurden. Lehrende stehen häufig vor der Herausforderung, Lernende gezielt zu motivieren und ihnen konkrete berufliche Perspektiven aufzuzeigen und sie auf das Leben in Deutschland vorzubereiten. Dabei stellt sich die Frage, wie der Deutschunterricht praxisnah und berufsbezogen gestaltet werden kann.
Die Sektion lädt Beiträge ein, die sich mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzen:
- Welche Strategien fördern die Motivation Jugendlicher in Ausbildung und Erwachsener auf Arbeitssuche, Deutsch für den Beruf zu lernen?
- Wie können Lehrpläne und Materialien auf berufliche Kontexte abgestimmt werden – sowohl für die schulische Bildung als auch für Weiterbildungsangebote?
- Wie können fachliche und sprachliche Lerninhalte sinnvoll miteinander verknüpft werden?
- Welche didaktischen Ansätze eignen sich besonders für die berufsbezogene Spracharbeit in unterschiedlichen Zielgruppen?
Fabio Anschau ist Leiter der Spracharbeit und stellvertretender Institutsleiter des Goethe-Instituts Rio de Janeiro. Er hat einen Master in Angewandter Linguistik (UFRGS) sowie einen Lehramtsabschluss in Portugiesisch und Deutsch (UNISINOS). Zudem absolvierte er eine Spezialisierung für den Unterricht von Deutsch als Fremdsprache. Er war jahrelang Lehrkraft und Fortbildner am Goethe-Institut Porto Alegre sowie Tutor für das Programm Deutsch Lehren Lernen (DLL) in Südamerika. Zudem unterrichtete er in Aufbaustudiengängen für Deutsche Sprache, Methodik und Didaktik für DaF. In den letzten Jahren hat er sich intensiv mit der sprachlichen und interkulturellen Vorbereitung von Fachkräften für Deutschland beschäftigt.
Priscilla Maria Pessutti Nascimento hat Germanistik und Romanistik an der Universität von São Paulo und Übersetzung (Englisch und Französisch) an der Mackenzie-Universität in São Paulo studiert. An der Universität von São Paulo hat sie auch ihren Masterabschluss in Germanistik erworben. Im Jahr 2007 hat sie die Deutschlehrerausbildung (Grünes Diplom) am Goethe-Institut absolviert und seit 2008 arbeitet sie am Goethe-Institut São Paulo. Sie ist als Deutschlehrerin, Aus- und Fortbildnerin, DLL-Tutorin und Koordinatorin für Projekte der Bildungskooperation Deutsch tätig.
B6 Aus- und Fortbildung
Sektion B6: Aus- und Fortbildung
Leitung: Gabriel Teixeira und Mergenfel A. Vaz Ferreira
Die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften gewinnt angesichts gesellschaftlicher, bildungspolitischer und technologischer Veränderungen zunehmend an Bedeutung. Neue Unterrichtsformate, digitale Werkzeuge und heterogene Lernkontexte stellen das Berufsfeld vor komplexe Anforderungen, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung notwendig machen.
Im Zentrum stehen dabei Fragen der Professionalität und Professionalisierung, die durch geeignete Ansätze in der Aus- und Weiterbildung gezielt unterstützt und gefördert werden müssen. Ebenso bedeutsam sind Prozesse der Reflexion und Evaluation, die dazu beitragen, das eigene berufliche Handeln kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
In dieser Sektion sind Beiträge willkommen, die diese Themenfelder aus konzeptioneller, empirischer oder praxisorientierter Perspektive beleuchten. Erwartet werden sowohl theoretische Analysen als auch Erfahrungsberichte, die aufzeigen, wie Professionalisierung in der Lehrkräftebildung umgesetzt und weitergedacht werden kann. Ziel ist es, durch den Austausch unterschiedlicher Ansätze und Sichtweisen neue Impulse für die Ausbildung von Deutschlehrkräften zu gewinnen und die Diskussion um die Zukunft der Lehrkräftebildung zu bereichern.
Ausgehend von diesen Überlegungen stellen sich zentrale Leitfragen, die in der Sektion diskutiert werden sollen:
- Wie können bestehende Ansätze der Aus- und Weiterbildung weiterentwickelt und an aktuelle Entwicklungen angepasst werden?
- Wie lassen sich Kompetenzen von Lehrkräften gezielt aufbauen und langfristig fördern?
- Inwiefern tragen Reflexions- und Evaluationsprozesse zu einer nachhaltigen Professionalisierung bei?
- Welche institutionellen und strukturellen Rahmenbedingungen unterstützen oder erschweren die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften?
Gabriel Teixeira hat einen Master- und Doktortitel in Linguistik an der Universidade Federal de Santa Catarina (UFSC) erworben, wo er seit 2014 als Dozent im Bereich Deutsch an der Pädagogischen Fakultät tätig ist. An dieser Institution hat er verschiedene administrative Aufgaben übernommen und ist für Fächer wie Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts und Betreuung und Begleitung von Praktika zuständig. Dabei ist er in Schulen unterschiedlicher Trägerschaften in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung tätig.
Mergenfel A. Vaz Ferreira ist Professorin für Deutsch, Fremdsprachendidaktik und Deutschlehrkrätfeausbildung an der Bundesuniversität Rio de Janeiro (UFRJ). Im Aufbaustudium ist sie im interdisziplinären Programm für Angewandte Linguistik (PIPGLA) tätig. Im Rahmen der Lehrendennausbildung leitet sie praxisorientierte „Third-Mission-Projekte“ an der genannten Universität. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören: Fremdsprachenlernen und -lehren in einer kritischen interkulturellen Perspektive und forschende und reflektierende Deutschlehrkräfteausbildung.
B7 Inhalte, Kompetenzen und Leistungsmessung
Sektion B7: Inhalte, Kompetenzen und Leistungsmessung
Leitung: Débora Bender und Fernando Gil Coutinho de Andrade
Die Diskussion um Inhalte, Kompetenzen und Leistungsmessung im Deutschunterricht steht im Zeichen aktueller Entwicklungen in der Bildungslandschaft. Weltweit – und auch in Brasilien – wird verstärkt über Kompetenzorientierung debattiert. Dabei stellt sich die Frage, wie ein ausgewogenes Verhältnis von Inhalten und Kompetenzen aussehen kann: Soll der Fokus auf Wissenserwerb liegen oder stärker auf der Anwendung und Handlungsfähigkeit der Lernenden? Diese Spannung beeinflusst unmittelbar die Curriculumentwicklung, die nicht nur traditionelle Lehrpläne überarbeitet, sondern auch neue Maßstäbe für Lernziele und Output-Orientierung setzt.
Zugleich wächst der Druck, Prüfungsformate und Tests an diese Entwicklungen anzupassen. Standardisierte Prüfungen prägen die Unterrichtspraxis stark, bergen jedoch die Gefahr einer Verengung des Lernprozesses. Deshalb gewinnt die Frage nach alternativen Formen der Leistungsbewertung an Bedeutung: Wie lassen sich kreative, kooperative und kommunikative Kompetenzen sichtbar machen, ohne sie in starren Testformaten einzufangen?
Erwartet werden praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Impulse, die neue Wege für eine faire, transparente und lernförderliche Leistungsmessung im DaF-Unterricht aufzeigen und zur Weiterentwicklung der Curricula beitragen.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen ergeben sich zentrale Fragestellungen, die im Rahmen der Sektion diskutiert werden sollen:
- Wie lässt sich ein konstruktives Zusammenspiel von Inhalten und Kompetenzen erreichen?
- Welche Beispiele für innovative Curricula und Lernzieldefinitionen gibt es im brasilianischen und internationalen Kontext?
- Inwiefern können Prüfungen kompetenzorientiert gestaltet werden, ohne die Vielfalt der Lernprozesse zu reduzieren?
- Welche Chancen eröffnen alternative Bewertungsformen für Lernende und Lehrkräfte?
Débora Bender ist Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache, Portugiesisch und Literatur. Sie verfügt über umfangreiche Lehrerfahrung in unterschiedlichen Bildungsstufen – von der Vorschule bis zur universitären Lehramtsausbildung. Derzeit arbeitet sie am Instituto Ivoti in Ivoti (Brasilien) sowohl in der Schule als auch im Hochschulbereich, wo sie zukünftige Lehrkräfte ausbildet. Neben ihrer Tätigkeit im Sprachunterricht beschäftigt sie sich wissenschaftlich mit Literatur. Sie hat im Fachbereich Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt brasilianische Literatur promoviert.
Fernando Gil Coutinho de Andrade, MA in Sprachwissenschaft an der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio de Janeiro (PUC-Rio), ist in der Bildungskooperation vom Goethe-Institut Rio de Janeiro seit 1996 tätig. Er hat langjährige Erfahrung in der Aus- und Fortbildung von DaF-Lehrkräften sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich. Seit 2018 wirkt er im Projekt Bilinguale Schulen des Schulamtes der Stadt Rio de Janeiro mit, unter anderem mit folgenden Aufträgen: Betreuung von DaF-Lehrkräften, Entwicklung von Lehrplänen für die Primarstufe und die Sekundarstufe I, Begleitung von Projektkonzepten im Rahmen von interkulturellem Lernen.
3. Beitragsformate
Die Sektionen sollen wissenschaftliche, didaktische und praktische Perspektiven verbinden und aktuelle Fragen mit Relevanz für den Deutschunterricht anwendungsbezogen diskutieren. Sie können Beiträge für folgende Basisformate einreichen, sind aber eingeladen, in diesem Rahmen ihre Beiträge kreativ zu gestalten:
- Fachvortrag (20 Minuten Vortrag + 10 Minuten Austausch)
Dieses Format dient der Präsentation wissenschaftlicher Studien, theoretischer Überlegungen, didaktischer Modelle oder empirischer Ergebnisse, die neue Perspektiven auf das Lehren und Lernen des Deutschen eröffnen. Die Beiträge sollen eine klare Fragestellung, methodische Fundierung und theoretische Verortung erkennen lassen.
- Praxisbeispiel / Erfahrungsbericht (20 Minuten Präsentation mit praktischen Beispielen + 10 Minuten Austausch)
In diesem Format werden innovative Unterrichtskonzepte, Materialien, Projekte oder Fortbildungsansätze vorgestellt, die neue Wege in der Sprachvermittlung oder -didaktik aufzeigen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Beispiele und deren Reflexion im Hinblick auf Chancen, Herausforderungen und Übertragbarkeit.
- Diskussionsimpuls (10 Minuten Input + 20 Minuten moderierte Austausch)
Ein Diskussionsimpuls ist ein kurzer, pointierter Beitrag zur Anregung einer gemeinsamen Reflexion oder Debatte innerhalb der Sektion. Im Vordergrund steht der Dialog über aktuelle Fragen, Kontroversen oder Zukunftsperspektiven des Deutschunterrichts.
Hinweis: Zwei Beiträge können auch dialogisch aufeinander bezogen werden oder im Tandem gestaltet werden (zum Beispiel als „Forschungsdialog“ oder im Tandem zwischen Wissenschaftler*in und Lehrkraft im Sinne von „Forschung trifft Unterricht“). Willkommen sind hier auch Beiträge mit partizipativem oder ästhetisch-kreativem Charakter (z. B. integrierte Performance, praktische Übungen, kollegiale Fallberatung). Bitte geben Sie solche Ideen unter „Bemerkungen“ im Formular an.
4. Qualitätskriterien für die Annahme von Abstracts
Alle Sektionen werden von zwei qualifizierten Sektionsleitenden koordiniert, die über die Annahme der Vorschläge entscheiden und das Programm der Sektionen gestalten. Hierbei werden folgende Kriterien zugrunde gelegt, die Ihnen auch bei der Ausarbeitung Ihres Vorschlags helfen sollen:
- Aktualität und Relevanz: Das Thema ist für den gegenwärtigen Deutschunterricht, die Lehrendenbildung oder die Forschung relevant und greift im Sinne des Kongressmottos „Sprachen lernen in Umbruchszeiten: Deutsch neu denken“ aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen oder Innovationen auf.
- Bezug zum Call for Papers: Das Abstract bezieht sich klar auf das Thema der Sektion und die in der Sektionsbeschreibung angegebenen Schwerpunkte.
- Fachliche Substanz und Kohärenz
Der Beitrag zeigt eine klare Fragestellung sowie einen nachvollziehbaren theoretischen oder empirischen Bezug bzw. eine begründete Praxisorientierung. - Erkenntniswert: Das Abstract bringt neue Perspektiven, Methoden, Befunde oder kreative Ansätze in die Diskussion ein – etwa zur Unterrichtspraxis, zu Forschungsfragen oder zu interdisziplinären Bezügen.
- Klarheit und Aufbau: Das Abstract ist verständlich formuliert, klar gegliedert und innerhalb des vorgegebenen Umfangs aussagekräftig.
- Logische Kohärenz (Nachvollziehbarkeit): Die dargestellten Ziele, Methoden, Argumente und Schlussfolgerungen sind schlüssig miteinander verknüpft und lassen auf eine kohärente Präsentation schließen.
- Einbettung: Das Abstract berücksichtigt den spezifischen Kontext des Deutschlernens in Brasilien und/oder schlägt Brücken zu internationalen Diskursen.
- Transferpotenzial und Anwendungsbezug: Der Beitrag verspricht Erkenntnisse oder Impulse für die fachliche Diskussion und/oder die unterrichtspraktische Anwendung – mit Potenzial für Transfer in andere Kontexte.
- Diskussionsorientierung: Der Vorschlag bietet Anknüpfungspunkte für die Diskussion in der Sektion oder gemeinsamer Weiterarbeit – im Sinne der Zielsetzung des Kongresses als Plattform des Austauschs und der Vernetzung.
5. Einreichung der Abstracts
Alle Sektionen werden von zwei qualifizierten Sektionsleitenden koordiniert, die über die Annahme der Vorschläge entscheiden und das Programm der Sektionen gestalten. Hierbei werden folgende Kriterien zugrunde gelegt, die Ihnen auch bei der Ausarbeitung Ihres Vorschlags helfen sollen:
- Geben Sie Ihre persönlichen Daten ein (Kontaktdaten werden nicht veröffentlicht).
- Wählen Sie die Sektion und das Beitragsformat und berücksichtigen Sie die dafür angesetzte Dauer.
- Geben Sie Ihrem Beitrag einen aussagekräftigen und kompakten Titel.
- Erstellen Sie eine Kurzbeschreibung mit maximal 200 Wörtern, aus der die Relevanz des Beitrags für die Sektion, Fragestellung bzw. Ziel, Inhalt und Erkenntniswert des Beitrags hervorgehen (siehe Kriterien oben).
- Bei wissenschaftlichen Beiträgen können Sie bis zu drei bibliografische Angaben machen.
- Geben Sie Ihre Kurzbiografie (max. 5 Zeilen) ein.
Bitte reichen Sie Ihren Vorschlag über das hier verlinkte Formular auf: https://forms.gle/qybGXc3okw8FvP798
Hinweise:
- Zur Sprache: Die Arbeitssprache der Konferenz ist Deutsch als Lingua Franca, da auch Teilnehmende ohne Portugiesischkenntnisse aus anderen Ländern teilnehmen. Bitte reichen Sie daher Ihr Abstract auf Deutsch ein. Der BraDLV und die regionalen Deutschlehrendenverbände unterstützen Sie gerne bei der Formulierung des Abstracts und der Vorbereitung der Präsentation und werden hierzu zwei Workshops am 30. Oktober 2025 um 13:00 und um 18:00 Uhr anbieten. Link: https://us06web.zoom.us/j/86711429733?pwd=YitZYm9jR0UxUDI2ZUtIVFdhK0E1dz09
- Zur Zahl der Einreichungen: Es kann zu diesem Call pro Person maximal ein Abstract eingereicht werden; ein weiteres Abstract kann im zweiten Call eingereicht werden.
- Zur Zahl der Teilnehmenden: maximal zwei Personen pro Präsentation, aber es können mehreren Autoren*innen angegeben werden.
6. Deadline und zeitlicher Ablauf
Die erste Frist zur Einreichung von Abstracts endet am 30. November 2025.
Zur Annahme/Absage: Die Sektionsleitenden werden Ihnen ihre Entscheidung bis Ende Dezember per E-Mail mitteilen. Ggf. werden die Sektionsleitungen Rückmeldungen zu Ihrem Beitrag geben und das Abstract mit Ihnen weiterentwickeln.
Zur Abmeldung der Präsentation nach der Annahme Ihres Abstracts: Die Frist ist der 30. April 2026.
Bei Fragen zur Einreichung des Abstracts wenden Sie sich bitte an die wissenschaftliche Kommission: cc.congresso2026@bradlv.com.br . Bei übergreifenden Fragen zum Kongress wenden Sie sich bitte an das Kongresssekretariat: bradlv@bradlv.com.br .
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