Minikurse

BESCHREIBUNG DER MINIKURSE

Im Minikurs setzen sich die Teilnehmenden mit einem bestimmten Thema auseinander, dessen  Ablauf, Vertiefung und Ergebnisse kollektiv, konkret und praxisorientiert aufgebaut werden. Der Minikurs dauert 3 Std. (90 Min. am 29.07. und 90 Min. am 30.07.) und wird auf Deutsch geleitet. Er kann mehrere Phasen umfassen (Einstieg, Gruppenarbeit, interaktive Übungen mit vorgegebenen sofort anwendbaren Materialien, Ergebnisse, Diskussion, Reflexion u. a.). Außerdem werden die  Teilnehmenden selbst  aktiv, indem sie Unterrichtseinheiten, Projekte, Materialien erstellen und diese dann untereinander austauschen.  

PRIMAR UND SEKUNDARBEREICH

Susanne Schneider

Susanne Schneider (Cornelsen Verlag)

Alle im Blick: Auf unterschiedlichen Wegen zum Ziel

Binnendifferenzierung aus dem Lehrwerk heraus gedacht

Binnendifferenzierung gehört zum professionellen Selbstverständnis von DaF-Lehrkräften – zugleich wird sie im Unterrichtsalltag häufig als aufwendig, materialintensiv oder schwer steuerbar erlebt. Besonders bei der Arbeit mit Lehrwerken stellt sich oft die Frage, wie sich der vorgegebene Lernweg flexibel nutzen lässt.

Dieser praxisorientierte Minikurs zeigt, wie Binnendifferenzierung aus dem Lehrwerk heraus gedacht und umgesetzt werden kann. Auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse der Motivationsforschung werden praxiserprobte Strategien vorgestellt, mit denen sich bestehende Aufgabenformate lernwirksam variieren, öffnen und differenzieren lassen. Im Fokus stehen konkrete Unterrichtsbeispiele zu Wortschatzarbeit, Strukturtraining und kommunikativen Aufgaben, die mit gängigen Lehrwerken kompatibel sind. Ergänzend wird aufgezeigt, wie analoge Erweiterungen, digitale Werkzeuge und ausgewählte KI-Tools genutzt werden können, um adaptive Lernwege zu gestalten – ohne zusätzlichen Materialaufwand und ohne das Lehrwerk aus dem Blick zu verlieren.

Biographie:

Susanne Schneider absolvierte ihr Magisterstudium an der Freien Universität Berlin und führte ihre sprachwissenschaftlichen Forschungen an der Scuola Normale Superiore di Pisa, der University of Oxford sowie der Università Ca‘ Foscari Venezia fort. Aus Leidenschaft für den Praxisbezug spezialisierte sie sich als freiberufliche DaF-Lehrerin, Fortbildnerin, Autorin und Expertin für Fachdidaktik. In Zusammenarbeit mit dem Cornelsen Verlag steht sie Lehrkräften weltweit durch Fortbildung und Beratung zur Seite. Sie ist zudem als DLL-Trainer*innen-Ausbildnerin, DLL-Trainerin, Fortbildnerin sowie zertifizierte Prüferin im Netzwerk des Goethe-Instituts tätig.

SEKUNDARBEREICH

Urs Luger

Urs Luger (Hueber Verlag)

Dem Täter auf der Spur: Krimispiele und Krimischreiben im DaF-Unterricht

Nichts fesselt Lernende so sehr wie ein ungelöster Fall! In diesem Kurs zeigt Ihnen ein Krimiautor, wie Sie Krimis gezielt für den kreativen Fremdsprachenunterricht nutzen können. Denn diese spannenden Geschichten sind weit mehr als Unterhaltung – sie sind ein tolles Werkzeug, um Lesefertigkeit, Landeskunde, Kreativität, Schreiben und mündliche Kommunikation spielerisch zu vermitteln und zu trainieren.

Wir tauchen ein in die Welt der Ermittler:innen, Tatorte und Verdächtigen. Sie werden mit den wichtigsten Elementen eines guten Krimis vertraut, verfassen selbst Mikrokrimis und sehen, wie man diese als spannende Kreativübungen im Unterricht einsetzen kann. Darüber hinaus werden auch andere Krimi-Kurzübungen vorgestellt, für einen ersten Einstieg ins Thema oder als Energizer zwischendurch.

Weiters beschäftigen wir uns mit Krimispielen, die die Interaktion und Kommunikation im Unterricht fördern, und Sie erhalten zahlreiche Tipps, wie Sie ähnliche Spiele ganz leicht selbst erstellen können. Als Highlight entwickeln wir gemeinsam direkt im Kurs einen eigenen Krimi.

Und nicht zuletzt sehen wir uns an, wie Künstliche Intelligenz beim Plotten und der Materialerstellung helfen und außerdem blitzschnell Illustrationen für Sie und Ihre Lernenden generieren kann.

Biographie:

Urs Luger lebt als freier Autor (u. a. für den Hueber Verlag und das Goethe-Institut) in Wien und wo immer es ihn auf der Welt hinverschlägt. Nach langjähriger Unterrichtstätigkeit in verschiedenen Ländern an Universitäten, Schulen und in der Erwachsenenbildung leitet er heute international Fortbildungen und Workshops mit Schwerpunkten auf kreativem Schreiben in seinen vielfältigen Facetten, KI und Gamification sowie Theater.

HOCHSCHULBEREICH/ERWACHSENENBEREICH

Prof. Dr. Marion Grein (Hueber Verlag)

Berufssprache Pflege – sprachliche Anforderungen verstehen und KI sinnvoll nutzen

Pflege ist ein Berufsfeld mit besonders hohen sprachlichen Anforderungen. Pflegende kommunizieren täglich mit Patient:innen, Angehörigen, Kolleg:innen und Ärzt:innen – mündlich wie schriftlich, oft in sensiblen und emotional anspruchsvollen Situationen. Neben dem Fachwortschatz sind erklärende, empathische, kulturreflexive und dokumentierende sprachliche Handlungen zentral.

Der Minikurs ist zweigeteilt. Im ersten Teil stehen die berufssprachlichen Anforderungen in der Pflege im Fokus. Anhand typischer Kommunikationssituationen werden zentrale sprachliche Herausforderungen analysiert, etwa Gespräche mit Patient:innen, Übergaben im Team oder die Pflegedokumentation. Darauf aufbauend werden didaktische Prinzipien vorgestellt, mit denen sich Berufssprache Pflege gezielt fördern lässt, z. B. Arbeiten mit Szenarien, Sprachgerüsten, Chunks und gestuften Sprechanlässen. Der zweite Teil widmet sich der Frage, wie KI im Pflegekontext sinnvoll unterstützen kann. Anhand konkreter Beispiele wird gezeigt, wie KI u. a. bei der Vorbereitung von Gesprächssituationen, beim sprachlichen Üben, bei der Vereinfachung von Erklärungen oder bei der Überarbeitung von Dokumentationen eingesetzt werden kann. Dabei werden Möglichkeiten und Grenzen von KI kritisch reflektiert. KI wird nicht als Ersatz, sondern als unterstützendes Werkzeug verstanden, das Lern- und Arbeitsprozesse begleiten kann.

Biographie

Prof. Dr. Marion Grein ist Leiterin des Masterstudiengangs DaF/DaZ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Sprachlehrforschung (Fokus: Neurodidaktik), dem kulturreflexiven Lernen und der virtuellen Lehre mit Schwerpunkt KI. Nach dem Abitur an der Deutschen Schule Tokyo studierte sie Sprachwissenschaften in Mainz und promovierte dort 1998.Ihre Habilitationen schloss sie 2006 in Münster (Linguistik) und 2010 im Bereich DaF/DaZ in Mainz ab. Seit 2011 leitet sie den Masterstudiengang DaF/DaZ und berät u. a. BAMF, Hueber Verlag und ZfA. https://marionneurodidaktik.wordpress.com/2021/03/25/kurzlebenslauf/

ALLE BEREICHE

Virginia Gil (Ernst-Klett Verlag)

Didaktische Prinzipien für einen kreativen und lernendenzentrierten Unterricht

Ein „guter“ DaF-Unterricht sollte Lernende auf authentische Kommunikationssituationen im Alltag und im Beruf vorbereiten. Damit dies gelingt, brauchen sie im Unterricht die Möglichkeit, als echte Akteur*innen zu handeln. Vielfältige Arbeitsformen schaffen dafür passende Interaktionsräume und fördern gleichzeitig die Kreativität. In diesem Zusammenhang soll auch kritisch hinterfragt werden, inwieweit KI-Tools diese Prozesse unterstützen können – und wo ihre Grenzen liegen. In diesem Minikurs werden zentrale didaktische Prinzipien vorgestellt, die dabei helfen, unterschiedliche Interaktionsformen sinnvoll und erfolgreich zu gestalten. Gemeinsam entwickeln wir Szenarien, die wir anschließend praxisnah erproben und reflektieren.

Biographie

Virginia Gil, gebürtig aus Wilhelmshaven, Studium in Göttingen: Romanistik, Germanistik, Völkerkunde, Dozentin für spanische Landeskunde an der Universität Göttingen, DaF-Lehrerin in Madrid, seit 1996 Fortbildnerin für DaF – Kooperationen mit Universitäten, Goethe-Instituten, Lehrer*innenfortbildungszentren und Germanistikverbänden. Leiterin Ernst-Klett Sprachen Verlags in Spanien und Lateinamerika.

 

Jana Blümel

Claudia Ullrich

Raquel Vetromilla

Was nehme ich jetzt: Bim, Tram oder Straßenbahn?

Teferendierende: Jana Blümel, Claudia Ullrich, Raquel Vetromilla

Was nehme ich jetzt: Bim, Tram oder Straßenbahn? Wer sich im deutschsprachigen Raum bewegt, merkt schnell: Die deutsche Sprache hat nicht nur eine Standardvarietät, sondern ist eine plurizentrische Sprache mit unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Ausprägungen. Genau hier setzt dieser Minikurs an. Die Teilnehmenden lernen, landeskundliche Themen nach den Prinzipien der diskursiven Landeskunde zu erarbeiten und sprachliche Standardvarietäten im DaF-Unterricht aufzugreifen sowie didaktisch sinnvoll zu nutzen. Ziel ist es, die Teilnehmenden dazu zu befähigen, die Vielfalt des DACHL-Raums im eigenen Unterricht sichtbar zu machen und wertzuschätzen. Neben kurzen theoretischen Impulsen stehen praxisnahe Beispiele, direkt einsetzbare Materialien sowie der Austausch von Unterrichtsideen im Vordergrund. Der Minikurs richtet sich an Lehrkräfte, die ihren DaF-Unterricht  pluralitätsorientiert und nach dem DACH-Prinzip gestalten möchten.

Biographie

Jana Blümel ist seit 2015 Leiterin der Spracharbeit am Goethe-Institut Uruguay. Sie hat Deutsch als Fremdsprache und Licenciatura en Lengua Alemana an der Sprachenfakultät in Córdoba, Argentinien, studiert. Von November 2023 bis Juni 2025 absolvierte sie die Fortbildung für DACH-Multiplikator:innen des Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbandes (IDV) in Kooperation mit dem Goethe-Institut, dem österreichischen BMBWF und Präsenz Schweiz.

Biographie

Claudia Ullrich studierte Romanistik, Geographie und Ethnologie an der Universität Heidelberg und am Colegio de México. Am Goethe-Institut La Paz nahm sie begleitend zur Lehrtätigkeit ein DaF-Fernstudium auf. An der Universidad Católica Boliviana in La Paz war sie sechs Jahre DAAD-Lektorin und unterrichtet dort weiterhin als Ortslektorin DaF und Tourismusgeographie. Seit 2017 gehört sie dem Vorstand des bolivianischen Deutschlehrendenverband ABLOPA an. Zuletzt absolvierte sie ein Diplomado en Antropología de la Educación an der UMSA und die Fortbildung für DACH-Multiplikator:innen des Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbandes (IDV) in Kooperation mit dem Goethe-Institut, dem österreichischen BMBWF und Präsenz Schweiz.

Biographie

Raquel Vetromilla ist DaZ-Lehrerin an der Triebischtal-Oberschule Meißen. Sie hat Lehramt für Deutsch als Fremdsprache und Portugiesisch am IFPLA studiert und einen Master in Angewandter Linguistik an der UNISINOS abgeschlossen. Sie absolvierte auch die Fortbildung für DACH-Multiplikator:innen des Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbandes (IDV) in Kooperation mit dem Goethe-Institut, dem österreichischen BMBWF und Präsenz Schweiz.